3.2b TelefonMasterMind -> Making-of
Dank 🔗arkadia.hn findet im 🔗openspace.hn eine
🔗Ausstellung „6 WAYS OF THINKING“ vom 14 April bis 7 Juni. statt.
Eine der 6 Stationen der Ausstellung ist diese Interpretation des Spiels
📖 Mastermind (Spiel).
Die Spiele-Designerin Annekatrin Baumann hat mich für dieses Projekt ins Boot geholt und ich hatte die Ehre einen IT-Beitrag für diese Ausstellung begleiten zu dürfen.
Am 14.4 war ich da und fand die Atmosphäre dort wunderbar inspirierend…

Projektstart 23.10.25
Annekatrin Baumann wurde über meine alte Mezdata-Webseite auf eine Wählscheibentelefon-Auswerteschaltung aufmerksam. Nach Kontaktaufnahme und meiner Zusicherung bei dem Projekt zu helfen versuchte sie sich an einem Nachbau und dabei traten viele Unzulänglichkeiten in meiner Doku auf, z.B. welches Telefonkabel (Farbe) muss ich wo anschließen?
Auf meiner neuen Webseite Mezmedia hoffe ich nun, alle offenen Fragen ordentlich zu dokumentieren.
Ein erster Bread-Board-Aufbau gelang im fernen Stuttgart.
Der Anfang war gemacht..

30.10.25 Meilenstein: Neo Pixel -> Prototyp
Problem: Farbige Anzeige der richtigen Ziffern mit LED. Anne hatte zunächst an 4 RGB-LEDs mit gemeinsamer Anode gedacht, dies hätte 12 bzw. 7 Pins des Arduino benötigt. Mein Vorschlag waren Neo Pixel, dazu ist nur ein Arduino-Pin nötig.
Damit war schnell einen Prototyp mit Wählscheibentelefon erstellt.
NeoPixel leuchten weiße Dübel an, die in einer Braun-Rasierer-Box stecken.
Anne hat die Hardware in Stuttgart nachgebaut, aber es gab Probleme mit ihrem Telefon.
Mit meinen 2 Telefonen in Schwäbisch Hall klappte es ja…
Wie kann ich per Ferndiagnose helfen, funktioniert meine Software richtig?
Habe ich Denkfehler bei der Auswertung, wie krieg ich das auf die Ferne mit?

Problem: Alte Telefon-Hardware durchleuchten
Lösung: Telefontestsoftware entwickeln, die das Telefon „durchleuchtet“. Dazu viele richtig alte und verratzte Telefone besorgen und testen.
Zwischen den Jahren 25/26: Neues komplexeres Softwarekonzept zum Telefon-Auslesen entwickelt.
Testtelefon-Beschaffungs-Highlight auf einem Flohmarkt in Stuttgart am 24.1: 120€ 🤦 für ein oranges 612-2a Telefon, nicht verhandelbar. Hab dann aus Trotz so eins bei Ebay für 29,50€ ersteigert 🤠.
13.2.26: Angeregt durch meinen Fang ersteigert Anne auch ein oranges Telefon und lässt es an mich senden, ich teste es durch und sende es ihr mit finaler Elektronik.
ToDo: Liste der ersteigerten Telefone mit Preis? Aus zwei Telefonen ein IoT-MasterMind-Telefon (3.1.26) für Tag der offenen Tür an unserem TG bauen.
18.02.26 Meilenstein: LCD-Anzeige
Bislang lief alles über Sprachansagen, mit zunehmender Komplexität wie Zählen und Kommunizieren der Rate-Versuche oder gar statistischer Auswertungen stieß dies an Grenzen. Mit einer zweistelligen LCD-Anzeige kamen wir aus der Sackgasse heraus.
Austauschformate?
Als konsequenter MS- und Adobe-Verweigerer (bis auf derzeit noch zwei Ausnahmen: VS-Code und Github) ist alles was über reinen Text und Bilder hinaus geht mit mir kein einfaches Unterfangen. Berührungspunkte und Lösungen:
- Programmcode: Arduino, Ordner zippen und ab per Mail. Keine Probleme
- MP3: Ordner zippen usw.
- Zustandsdiagramme für Abläufe und Anzeigetexte: draw.io hat prima für unsere Anwendung funktioniert.
- Schaltplan und Steckplatine: Fritzing auch wenn ich es nicht sonderlich mag, es ist eine Quälerei für mich, vor allem Steckplatinen-Layout damit zu erstellen, daher nur lieblos hingerotzt.
- Formatierte Texte –für die Sprachtexte. Bin von Markdown (.md) angetan, sehr puristisch, LibreOffice kann es mittlerweile. Dachte mir erstelle damit Texte in .md, schicke sie Anne als .rtf damit kann sie auf ihrem Mac ja z.B Textedit verwenden und was zurück kommt sollte noch simpel formatiert bleiben. Denkfehler –es kam Murks dank MS-Office zurück.. Letztlich hat Anne LibreOffice geladen und seitdem verwenden wir problemloses .odt.
21.02.26 Finale Elektronik: Schaltplan und Steckplatine





3D-Druck der Gehäusebox von Annekatrin
Nachdem Oliver mir das Telefon inklusive zusammengelöteter Hardware zugeschickt hat, ging mein kleiner Teil der Arbeit los: Es brauchte eine Art Box, in der der Arduino unterkommen kann und die als Interaktionsfläche für die Spieler:innen dient.
Das Telefonprojekt steht als eine von sechs Stationen im Kontext einer interaktiven Denkausstellung. Für diese und andere Stationen habe ich im November 2025 einen 3D Drucker gekauft und mich mit sehr geringen Grundkenntnissen in das Thema eingearbeitet. Es war aber klar, dass ich für die „Telefonbox“ zum ersten Mal etwas Komplexeres modellieren werde müssen.
Für das Grundgerüst der Box fand ich ein 🔗parametrisches Modell, dessen Parameter ich verändern konnte, sodass grundsätzlich bereits eine Box vorhanden war, die ich nun aber noch an die Anforderungen (Halterungen/Aussparungen für die Bauteile und Kabel) anpassen musste.
Glücklicherweise war der zweiteilige LCD Display, den Oliver genutzt hatte, ein Standardmodell, für dass es bereits eine 🔗 3D-druckbare Halterung gab.
Für das LCD Display, den Hilfe-Knopf und den Sprachenkippschalter waren die jeweiligen Aussparungen schnell zum Boxendeckel hinzugefügt.
Für den Arduino selbst, habe ich im Boden der Box eine 🔗 kleine Halterung hinzugefügt, sodass dieser nicht verrutscht.

Neo-Pixel getrennt leuchten lassen
Die größte Herausforderung war die Halterung für den Neopixel-Streifen. Alle vorhandenen Lösungen, die ich online gefunden habe, hatten als Ziel das Licht der Neopixel möglichst diffus zu streuen, sodass der Eindruck einer einheitlich leuchtenden Fläche bzw eines durchgehend leuchtenden Streifens zu erwecken. Für das Telefonspiel brauchten wir aber das Licht jedes Pixels möglichst getrennt voneinander.
Meine Idee war es nun eine Halterung zu modellieren, an die man den Neopixel an die Unterseite perfekt ankleben kann. Die Unterseite musste also die Unebenheiten und die wenigen verfügbaren Klebeflächen des Neopixelstreifens berücksichtigen. Außerdem sollten von der Unterseite bis zur Oberseite des Bauteils durchgehende Wände sein, die das Licht der Pixel voneinander trennt. An der Oberseite sollten 4 „Leucht“-Elemente sein, die das Licht der Pixel wiedergeben. Für die „Leucht“-Elemente war ich in einem Bastelladen und einem Baumarkt, habe verschiedene Optionen getestet und mich letzten Endes für M6 Abdeckkappen entschieden.
🔗 Diese konnte man im Bauhaus auch einzeln für 35 Cent kaufen.

Entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise musste ich für die Abmessungen und für die Modellierung des Bauteils sehr akkurat vorgehen. Ich habe für die 3D Modellierungsarbeiten mit Autodesk Fusion360 gearbeitet. Das Programm bringt eine enorme Einstiegshürde mit sich und selbst die einfachsten Aufgaben haben viel Zeit in Anspruch genommen. Ohne meine Vorerfahrung durch die bisherigen Boxen-Teile hätte ich die Halterung wohl nicht erstellen können. Umso befriedigender war es, dass nach nur 1,5h Abmessen und 2h Modellieren ein perfekt passendes Teil herauskam.

Beflügelt durch das Erfolgserlebnis und dank wachsender Programmkompetenzen habe ich der Box noch Halterungen und Vertiefungen für Neodym Magnete verpasst, sodass sie fest und präzise schließt.
Der letzte Schritt war der Druck der kleinen Beschriftungsschilder für den Knopf und den Sprachenschalter.


Endspurt: Fern-Kommunikation besser organisieren
5 Monate haben wir an dem Projekt gearbeitet und dabei überwiegend Email verwendet, auch mal kurz telefoniert. So richtig glücklich waren wir damit nicht, der Kommunikationsverlauf könnte strukturierter dargestellt werden.. Am 10.3.26 schlug Anne Discord vor. Okay, noch nie genutzt, Schüler haben schon mal gefragt mich darüber zu erreichen, bin immer neugierig, also testen. Anne erstellt einen „Server“ und lädt mich darauf ein. Die Kommunikation läuft damit echt flüssiger und macht mehr Spaß! Ja aber Plattformabhängigkeit, Datenschutz usw. Stimmt, sollte man im Hinterkopf behalten, war aber für unser Anliegen ein echter Fortschritt.
Ab 27.3.26 Feinschliff an der Software und dem Human Interface -> Zustandsdiagramm
Immer noch Telefon-Probleme: Bei zu lautem Ton wird obere Schaltschwelle überschritten..
Bedienung, Hilfetexte –gesprochene und auf LCD-Anzeigetexte müssen gefunden werden. Kunde wünscht Statistik, Entwickler (ich) will ein 📖 Easter-Egg platzieren🗿.

Bilingualer Sound (Beispiel)
Deutsch gesprochen von Oliver Mezger. Mikrofon: SAMSON C01UPRO. Software: Audacity. Richtig gehört, ich war zu faul den Popschutz zu installieren 🦥, fällt im Telefonhörer aber gar nicht auf.
Übersetzt mit Perplexity, gesprochen von KI-Stimme Ava(US) aus Lehrer-Fobizz-Account. Die sehr gute Qualität der Sprachmelodie hat mich mehrfach überrascht.
Fazit / teilgelöste Probleme
Annekatrins Fazit
Das Projekt hat mir großen Spaß bereitet und ich könnte im Nachgang nicht sagen, bei welchem Aspekt ich am meisten gelernt habe. Ich war beeindruckt (und manchmal auch überfordert) von Olivers Geschwindigkeit beim Umsetzen und Adaptieren neuer Anforderungen an Soft- und Hardware.
Als Freiberuflerin versuche ich einmal im Jahr eine circa einwöchige Weiterbildung in einem Themenbereich meiner Wahl zu besuchen. Aufgrund dieses Projekts habe ich erneut die Motivation mich tiefer mit den Möglichkeiten von Arduino und Co zu beschäftigen und hoffe irgendwas passendes zur intensiven Auseinandersetzung zu finden.
Olivers Fazit
Mir hat das Projekt riesigen Spaß gemacht. Sehr beeindruckt bin ich von Annes Chuzpe einfach die Technik zu beschaffen und sich als nicht Elektronikerin auf dieses Hardware-Abenteuer ein zu lassen. Drei Seiten Lob, Begeisterung, Freude und wieder Lob für die tolle Zusammenarbeit bei diesem Projekt.
Mit meiner jetzigen Erfahrung ist es zwar möglich aber nicht ganz problemlos, ein altes Wählscheibentelefon für Projekte mit niedriger Betriebsspannung und aufmodulierten Ton zu betreiben. Der Vorteil dabei sollte der problemlose Austausch eines defekten Telefons sein. Jedoch führt lauter Ton zu Problemen bei der Auswertung.
Bisher wurden bei meinen Wählscheibentelefon-Projekten diese dafür umgebaut, der Nummernschalter (Wählscheibe) von Tonausgaben getrennt.
Bei Beschädigungen im Publikumsverkehr mussten wir ein neues Telefon beschaffen, umbauen und kostenintensiv austauschen.
Teilgelöste Probleme -> „Rattenschwanz“
Die derzeitige TelefonLib-Software tastet kontinuierlich alle 2ms mit dem AD-Wandler die Spannung am Telefon ab und erstellt daraus quasi Telefon-Events. Diese Abtastung dürfen Delays nicht unterbrechen. Der DFPlayer-Mini benötigt deutlich Zeit zum Bearbeiten von Kommandos, bislang konnte mit Delays einfach kurz gewartet werden. Weil dies nun nicht mehr funktioniert musste ich einen extra Wrapper für den Player implementieren, ggfs. noch mit Befehls-Schlange ausstatten. ToDo: Das Player-Timing genauer untersuchen..
Stillgelegte Transition in TelefonLib, Fehler nervt nicht mehr, Ursache ist aber nicht final untersucht.
Bei hoher (>20) MP3-Lautstärke Fehlfunktion durch Überschreiten der oberen Schaltschwelle, Maximallautstärke wurde begrenzt.
Watchdog vergessen!
Impressionen Ausstellung 🚧
Am 14.2. ist es soweit..
Ausblick 🚧
3.1.26 –Spin-Off -> IoT-Telefon. Fertig bauen. Dabei Software aufräumen. Eine Barrierefreie Version entwickeln.
